Professor Dr.-Ing. Peter Boy

 

Mit großer Trauer und tiefer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von Professor Dr.-Ing. Peter Boy, der das Maritime Zentrum, die maritimen Studiengänge und die Hochschule Flensburg über Jahrzehnte hinweg in herausragender Weise geprägt hat.

Peter Boy wurde am 6. März 1944 geboren. Nach seinem Studium des Maschinenbaus mit dem Schwerpunkt Verbrennungskraftmaschinen an der Technischen Hochschule Hannover war er zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Institut für Schiffsmaschinen tätig. Anschließend sammelte er umfassende praktische Erfahrungen in der Industrie bei der Krupp MaK GmbH sowie in der Seefahrt – Erfahrungen, die sein weiteres Wirken in Forschung und Lehre maßgeblich prägten.

Seit 1985 lehrte er an der damaligen Fachhochschule Flensburg. Generationen von Studierenden vermittelte er mit großer fachlicher Kompetenz und persönlichem Engagement fundiertes Wissen auf den Gebieten der Schiffsmotoren, der Kolbenkraftmaschinen sowie der stationären Motorenkraftwerke einschließlich der Kraft-Wärme-Kopplung. Sein Rat und seine Expertise waren weit über die Hochschule hinaus geschätzt.

Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit übernahm Professor Boy zahlreiche Führungsaufgaben. Zehn Jahre lang wirkte er als Prodekan und Dekan des Fachbereichs Technik. Anschließend engagierte er sich vier Jahre als Prorektor, bevor er am 1. Februar 2007 zum Rektor der Fachhochschule Flensburg gewählt wurde. In dieser Funktion setzte er wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Hochschule und stärkte nachhaltig ihr Profil als praxisnahe und international ausgerichtete Bildungs- und Forschungseinrichtung.

Auch über die Hochschule hinaus hinterließ Professor Boy deutliche Spuren. Rund zehn Jahre gehörte er dem Wissenschaftlichen Beirat der Technologiestiftung Schleswig-Holstein an. Als langjähriger Sprecher der Vereinigung Deutscher Schiffsingenieure sowie als Direktor des Instituts für Schiffsbetriebsforschung engagierte er sich mit großer Leidenschaft für die maritime Wissenschaft und deren Vernetzung mit Wirtschaft und Praxis.

Besonders eng verbunden war er mit der Schiffsbetriebsforschung. In seiner Funktion als Direktor des Instituts für Schiffsbetriebsforschung organisierte und leitete er über viele Jahre hinweg die Tagungen zur Schiffsbetriebsforschung. Auch nach seiner Pensionierung unterstützte er diese wichtige Plattform des fachlichen Austauschs mit ungebrochener Tatkraft und persönlichem Einsatz.

Dem unermüdlichen Engagement von Professor Boy für die maritimen Studiengänge ist zudem maßgeblich die Entstehung des Maritimen Zentrums, das 2011 auf dem Campus der Hochschule Flensburg fertiggestellt wurde, zu verdanken. Damit schuf er eine Grundlage, von der Studierende, Lehrende und Forschende bis heute profitieren.

Mit Professor Boy verliert die maritime Gemeinschaft der Hochschule Flensburg einen herausragenden Wissenschaftler, Hochschullehrer und Hochschulentwickler. Wir verlieren einen Kollegen, dessen Wirken von Fachkompetenz, Weitsicht, Verlässlichkeit und großer Verbundenheit mit der maritimen Ausbildung geprägt war.

Das Kollegium der Studiengänge Schiffstechnik und Nautik sowie die Mitarbeitenden des Maritimen Zentrums gedenken des Verstorbenen mit Respekt, Dankbarkeit und aufrichtiger Anerkennung. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.

Wir werden Professor Dr.-Ing. Peter Boy ein ehrendes Andenken bewahren!

 

ISF-Tagung

 47. Informationstagung zur 

Schiffsbetriebsforschung 

05. Juni 2026

 

Auch im Jahr 2026 laden wir aus dem Maritimen Zentrum der Hochschule Flensburg wieder herzlich zur hochkarätigen 47. Informationstagung zur Schiffsbetriebsforschung (ISF-Tagung) ein. Eingeläutet wird diese mit einem gemütlichen Get-together am Vorabend auf dem Salondampfer Alexandra. Die Tagung selbst findet am Freitag dem 05. Juni 2026 im C.ulturgut in Flensburg/Weiche statt. 


Die ISF-Tagung der Hochschule Flensburg berichtet traditionell über neue Entwicklungen und Betriebserfahrungen des operativen Schiffsbetriebes: Alternative und aktuelle Betriebskonzepte, Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Emissionsminderung, Wartung, Betrieb, Instandhaltung und zukünftige Herausforderungen sind die Kernthemen der Tagung.

Sie wendet sich damit speziell an Reedereien, Werften, Klassifikationsgesellschaften und Zulieferbetriebe sowie Dienstleistungsunternehmen der maritimen Branche und ist somit für die Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals in diesen Bereichen geeignet. 

Eine begleitende Ausstellung gibt Gelegenheit zur Aussprache und Diskussion mit den entsprechenden Fachfirmen. 

Weiterhin ist diese Veranstaltung auch offen für Studierende der Schiffsbetriebstechnik und des Schiffmaschinenbaus. Angesichts zunehmender Personalengpässe wird am Rande der Tagung erstmals die Möglichkeit der Kontaktaufnahme und "Recruiting" gezielt durch einen eigens hierfür vorgesehenen Ort zum gegenseitigen Kennenlernen zwischen Vertretern der maritimen Wirtschaft und Studierenden und Fachschülern der Seefahrtsschule  angeboten. 

Die Gesamtleitung und Organisation des wissenschaftlichen Tagungsprogramms liegt bei
Prof. Michael Thiemke ([email protected]).